«Im Management wird Selbstgefälligkeit geschätzt»

Autor:  Mary Vakaridis Veröffentlicht 25 Juni 2024
Pascal Wagner-Egger im Porträt im Freien.

Der Psychologieforscher Pascal Wagner-Egger analysiert Verhaltensweisen und kognitive Verzerrungen. Menschen sind nicht nur je nach Position anfälliger für den Bias, sagt er – teilweise seien Wahrnehmungsverzerrungen durchaus systemimmanent. Die Gruppe als Entscheider helfe dagegen nur dann, wenn sie nicht von Individuen dominiert werden könne.


Teilen

Nach dem Niedergang der Credit Suisse 2023 wurde offenkundig, dass das Management trotz einer Häufung von Warnsignalen bis zuletzt jede Gefährdung der Bank leugnete. Wurden diese Leute Opfer einer Bestätigungsverzerrung?

In der Tat. Die Bestätigungsverzerrung besteht in der unerschütterlichen Überzeugung, dass man letztendlich erfolgreich sein wird. Deswegen neigt man wider jede Vernunft dazu, sich zu versteifen. Nachdem man sich für einen Weg entschieden hat, sucht man nur noch nach Informationen, welche die eigene Theorie bestätigen. Deswegen ignoriert man andere Hypothesen und alternative Vorgehensweisen. Diese Einstellung kann in die Katastrophe führen.

Könnte man am Beispiel der CS weitere Bias erkennen?

Man findet die recht ähnliche Verzerrung, die Verlustaversion: Sie führt dazu, dass jede neue Entscheidung uns noch mehr in die Richtung der ersten Entscheidung verpflichtet. Je weiter wir gehen, desto schwieriger

Nur für Abonnenten

Dieser Inhalt ist in der Online-Ausgabe des Magazins verfügbar. Melden Sie sich einfach an, um ihn zu lesen.

Mitglieder haben Zugang zu exklusiven Inhalten, die von unseren Expertinnen und Experten verfasst wurden. Warten Sie nicht länger und erstellen Sie jetzt Ihr Konto. Sie können auch nur das Magazin abonnieren oder einzelne Ausgaben bzw. Artikel kaufen.