Wer Fehlentscheidungen vermeiden will, muss eigene Wahrnehmungsverzerrungen (an-)erkennen. Genormte Prozesse und Strukturen sind Werkzeuge dazu; Transparenz und Diversität in der Unternehmenskultur aber bilden die Basis.
«Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt», singt die Kinderheldin Pippi Langstrumpf in ihren Filmen. Auch unser Gehirn verhält sich so, wie es ihm gefällt – und suggeriert uns Wahrnehmungen, die nicht viel mit der Realität zu tun haben. Das hat mit Überlebenswillen zu tun: Wir sind seit Urzeiten darauf trainiert, aufgrund lückenhafter Faktenlage in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu fällen. Wir trauen Autoritäten mehr Kompetenz zu, als sie haben, vereinfachen Informationen, um sie leichter einordnen zu können, und wir reden uns nachträglich solche Entscheidungen schön. Dies hat Auswirkungen auf unser tägliches Leben, vor allem aber auf die Entwicklung und die Kultur in Führungsetagen und damit in Unternehmen und Organisationen. In der Verhaltensforschung sind die kognitiven Verzerrungen ein breites Forschungsfeld mit einem Katalog von Hunderten von Mustern (siehe Seite 30).
Der Begriff des Bias geistert auch seit Jahren durch die Managementetagen