Unsere Kultur der gekochten Frösche

Autor:  Christina Kuenzle Veröffentlicht 15 Dezember 2025
Hände tippen auf einem Laptop mit sichtbarer Armbanduhr.

Stresserkrankungen sind massiv auf dem Vormarsch. Die Verantwortung für eine Veränderung in der Gesundheits- und Selbstausbeutungskultur in Schweizer Unternehmen liegt bei Arbeitgebenden – und in gleichen Teilen bei den Arbeitnehmenden: Executive Coach Christina Kuenzle fordert mehr Minimierung statt Optimierung.


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Was passiert, wenn Sie einen Frosch in heisses Wasser werfen? – Selbstverständlich springt er so rasch wie möglich heraus. Er spürt, dass die Hitze nicht gut ist für ihn. Anders, wenn wir Frösche ins kalte Wasser werfen und es alle paar Minuten um ein Grad Celsius erwärmen. Gemäss dem grausamen Experiment aus dem letzten Jahrhundert bleiben diese Frösche sitzen und lassen sich regungslos bei lebendigem Leib kochen: Als Kaltblütler passen sie sich an die Umgebungstemperatur an; wenn diese sich fast unmerklich verändert, dann reagieren sie selbst dann nicht, wenn es nicht nur ungemütlich, sondern lebensbedrohlich wird.

Ungern und mit viel Scham erinnert sich Karl an den Tag, an welchem er in der Geschäftsleitungssitzung ausrastete. Er konnte «es» schlichtweg nicht mehr ertragen. Er beschimpfte den CEO und seine Kollegen, er fluchte, er schrie. Innerlich zitterte er nur noch. Als die Stimme versagte, und kurz bevor die Tränen kamen, stürmte er aus dem

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