Anfang Jahr bin ich schwer erkrankt. Verschiedene Symptome, die vom medizinischen Personal nicht rechtzeitig ernst genommen wurden, verursachten eine Entzündung des Gehirns.
Liebe Leserin, lieber Leser,
Anfang Jahr bin ich schwer erkrankt. Verschiedene Symptome, die vom medizinischen Personal nicht rechtzeitig ernst genommen wurden, verursachten eine Entzündung des Gehirns. Oder anders ausgedrückt: eine neuro logische Explosion, die die Feuerwerker unseres Nationalfeiertags erblassen lassen würde. Nach der Erfahrung einer körperlichen Lähmung und grosser Wut lerne ich nun, mit Folgeschäden zu leben, die hoffentlich nur vorübergehend sind.
Das Schreiben dieses Editorials wird meine derzeitige tägliche Konzentrationsfähigkeit erschöpfen. Das ist eine Tatsache – und meine neue Realität.
Aber es ist meine Realität und nicht die meiner Kolleginnen und Kollegen, Bekannten und Angehörigen: Zu oft noch ist Krankheit in der Unternehmenswelt ein Tabu, und noch mehr für Führungskräfte. Dabei gehört sie einfach zum Leben dazu. Der Versuch, ihre Auswirkungen zu leugnen oder zu verstecken, hilft niemandem. Die erkrankte Person muss sich auf ihre Genesung konzentrieren können, ohne dass ihr Umfeld dadurch selbst krank wird.
Aus diesem Grund hat die Verbandsleitung Nicolas Stevan ernannt, während meiner Abwesenheit die Leitung von Swiss Leaders ad interim zu übernehmen. Ich wünsche ihm für diese anspruchsvolle Aufgabe viel Erfolg und danke ihm herzlich. Seine Sichtweise können Sie hier kennenlernen.
In dieser Phase der Transition möchte ich auch dem ganzen Team und speziell meinen Kolleginnen und Kollegen der Geschäftsleitung, Adrian Weibel und Tarik Elamri, für ihre Unterstützung und ihren Einsatz danken.
Mit diesem LEADER wollen wir allen betroffenen Seiten einen Anstoss geben, Tabus fallen zu lassen und Herausforderungen so anzugehen, dass allen am besten geholfen ist.
Ja, man vergisst zu oft die pflegenden Angehörigen, aber wohl noch mehr das berufliche Umfeld, das direkt von einer unbestimmten Dauer der Abwesenheit und der daraus resultierenden Unsicherheit tangiert ist.
Schämen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten oder sich während der Heilung vertreten zu lassen. Sorgen Sie sich nicht darüber, was die Leute sagen werden – das Gerede gab es schon vorher, und es wird es auch danach geben. Was heute anders ist: Sie haben überlebt und werden wahrscheinlich nie wieder dieselbe Person sein. So ist das Leben.
Ich möchte all jenen Menschen danken, die es mir heute ermöglichen, diese Zeilen zu schreiben. Mein schwaches Gedächtnis vermag eure unerschütterliche Unterstützung nicht auslöschen.
Claire-Lise Rimaz
Geschäftsleiterin Swiss Leaders