Kollektiven Mut entwickeln

Autor:  Nicolas Stevan Veröffentlicht 24 März 2026
Porträt von Nicolas Stevan mit verschränkten Armen.

In dieser Ausgabe erinnern uns verschiedene Blickwinkel an eine einfache Wahrheit: Mut ist keine Haltung, und erst recht kein Slogan.


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Geschätzte Leserinnen und Leser,

In dieser Ausgabe erinnern uns verschiedene Blickwinkel an eine einfache Wahrheit: Mut ist keine Haltung, und erst recht kein Slogan.

Vielleicht ist Mut die individuelle Fähigkeit, trotz Unsicherheit voranzuschreiten, gegen den Strom zu schwimmen oder Wege zu beschreiten, die andere noch nicht zu begehen wagen – so sagt es uns mit Überzeugung Antoine Hubert, Gründer und Verwaltungsrat von Swiss Medical Network.

Mut kann sich aber auch über lange Zeiträume erstrecken, genährt durch Resilienz, wie uns Olivier Camille, CEO der Reitzel AG, in Erinnerung ruft – indem man seinen Überzeugungen treu bleibt, selbst wenn der Wind sich dreht.

Und es gibt den Mut im und angesichts des Dramas. Das hat sich jüngst in Crans-Montana gezeigt, als Mathias Reynard, Staatsrat des Kantons Wallis, mit Demut seine Emotionen und seine Rolle übernahm. Er bewies damit, dass die emotionale Intelligenz einer Führungspersönlichkeit mehr denn je eine unverzichtbare Kompetenz ist – in einer Welt, die zunehmend vom Takt übersteigerter Egos geprägt wird.

Und schliesslich – eigentlich sollte ich sagen: meistens – zeigt sich Mut auf leise Weise im Alltag: Entscheidungen treffen, ohne alle Antworten zu haben. Trotzdem voranzugehen, in der Ungewissheit, und dabei einer inneren Haltung treu bleiben, den eigenen Werten. Unpopuläre, aber richtige Entscheidungen fällen. Verantwortung übernehmen, auch wenn sie über die Person der Führungskraft hinausgeht. Schwierig? Ja. Aber unerlässlich für den Beruf des mutigen Leaders.

Glücklicherweise erinnert uns die Wissenschaft daran, dass Mut keine angeborene Eigenschaft ist, die nur wenigen vorbehalten bleibt, sondern ein Muskel, der durch Training stärker wird. Also üben wir uns im Mut! Und nicht nur als Individuen.

Einzelne Beispiele dafür haben wir alle rund um uns herum. Aber wie steht es damit in Organisationen? Kann Mut kollektiv sein?

Für einen Verband wie Swiss Leaders bedeutet Mut, neue Wege einzuschlagen – jedoch im Dialog mit den Mitgliedern.

Wie jede Organisation müssen wir uns weiterentwickeln. Aber als Verband müssen wir zuhören und eine Kultur schaffen, in der sich alle äussern können, in der aufrichtiger Dialog gefördert wird, um den kollektiven Mut freizusetzen, die zukünftigen Herausforderungen gemeinsam anzugehen – und davon gibt es genug.

In diesem Rahmen verändert sich die Rolle des Leaders. Es geht nicht mehr darum, eine ständige Gewissheit zu verkörpern, sondern darum, kollektive Intelligenz zu ermöglichen – oder anders gesagt: den Mut aufzubringen, gemeinsam etwas zu schaffen.

Nicolas Stevan 
Geschäftsführer a.i. Swiss Leaders