Generationenunterschiede, Arbeitsbelastung und Führungsmotivation: Prof. Dr. Myriam Bechtoldt, Psychologin und Professorin an der EBS – Universität für Wirtschaft und Recht, über die Herausforderungen im mittleren Management – und darüber, was Unternehmen tun können, um Führungskräfte zu gewinnen und zu halten.
Vor allem ein Mythos stört Prof. Dr. Myriam Bechtoldt an der Diskussion über den Mangel an Führungsmotivation: dass es sich um einen Generationeneffekt handle. Es würden in der aktuellen Diskussion häufig Fehlschlüsse gezogen: «Der angebliche Generationenunterschied ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht belegt», erklärt sie. Was wir beobachteten, sei keine spezifische Generationeneigenschaft, sondern vielmehr eine «Konfundierung zwischen Alter, Kohorte und historischem Kontext». Dass 20-Jährige andere Prioritäten setzen würden als 40-Jährige, belege keinen Generationenunterschied – die Frage sei, welche Prioritäten die heute 40-Jährigen hatten, als sie so alt waren wie die heute 20-Jährigen.
Aber auch dieser Vergleich wird durch die veränderten historischen Bedingungen erschwert. Anders gesagt: Die gesamte Lebenssituation früherer Generationen war eine andere. «Meine Grossmutter war Sekretärin und hat vertraglich ihre Arbeitszeit zwischen