Es ist interessant zu beobachten, wie Worte in mir nachhallen und mit der Zeit zu einer Art Mantra werden können. Der Begriff Mut verrät viel über unsere Persönlichkeit – und Mut prägt mein Leben bis heute.
Ich habe eine ziemlich amüsante Anekdote zum Thema Mut. Ganz am Anfang meiner Karriere, ich muss etwa 25 gewesen sein, arbeitete ich als Produktmanager in einem grossen Lebensmittelkonzern. Am 22. Dezember machte der Generaldirektor seinen Rundgang durch alle Büros, um allen Mitarbeitenden persönlich die Hand zu schütteln. Das hat ihn sicher mehrere Tage gekostet. Aber es war eine einfache und grossartige Idee, um mit den Teams in Kontakt zu kommen und vor allem die allgemeine Stimmung zu spüren.
Er kommt in mein Büro und stellt mir eine einfache Frage:
- «Was darf ich Ihnen fürs neue Jahr wünschen?»
Meine Antwort kommt etwas zu schnell:
- «Mut, Monsieur!»
Ich sehe seine Überraschung, und er antwortet mir:
- «Dann also viel Mut!»
An diesem Tag hätte ich mich am liebsten in den hintersten Winkel verkrochen. Aber letztlich hat mir das geholfen, zu verstehen, warum ich unbewusst «Mut» geantwortet hatte. Ist Mut unser Antrieb? Zweifellos