«Wir sollten Fragen stellen, statt Antworten zu suchen»
Autor: Peter Sennhauser, Susanne Wagner Veröffentlicht 17 Dezember 2024
Jetzt sei die Zeit gekommen, die Zukunft zu gestalten, statt sie «gewissermassen zu erleiden», sagt die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Chappuis. Dazu brauche es Neugierde und Mut; die Betriebsökonomin und Direktorin des Schweizer Kompetenzzentrums für Augmented Intelligence hat selbst von beidem genug: Sie erklärt ihren Kolleginnen und Kollegen in der Politik und in der Wirtschaft eloquent und mit viel Fachwissen, was wir mit künstlicher Intelligenz anfangen können.
Frau Chappuis, Sie sind eines der ersten Parlamentsmitglieder, die sich intensiv mit dem Thema künstliche Intelligenz befassen. Was haben Sie bisher erreicht?
Frau Chappuis, Sie sind eines der ersten Parlamentsmitglieder, die sich intensiv mit dem Thema künstliche Intelligenz befassen. Was haben Sie bisher erreicht?
Im September hat der Nationalrat meinen Änderungsantrag zur künftigen Ausrichtung der Armee angenommen: Es wurde als Zielwert der Armee aufgenommen, die kognitive Integrität von Einzelpersonen und der Bevölkerung zu schützen. Dazu gehört der Schutz vor Wahrnehmungsmanipulation, etwa durch KI-generierte Videos. Armee und Gesellschaft müssen sich auf diese Gefahren vorbereiten. KI wird die Grundlagen unserer Gesellschaft verändern. Sie wirft Fragen auf wie: Wer sind wir, und wie treffen wir Entscheidungen? Es geht um unser Bewusstsein.
Der Neurowissenschaftler James Giordano sagt, das Schlachtfeld der Zukunft sei der menschliche Geist.
Der Neurowissenschaftler James Giordano sagt, das Schlachtfeld der Zukunft sei der menschliche Geist.
Es ist schwer zu verstehen, dass unser Gehirn zu einem Schlachtfeld werden könnte. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Fragen in den