Schwindende Lust auf traditionelle Führungskarrieren ist keine Frage der Generation. Die Jungen haben ganz einfach weniger Hemmungen, das Problem beim Namen zu nennen. «Conscious Unbossing» findet quer über alle Altersgruppen statt. In ganz neuen Arbeitswelten braucht es eben auch ganz neue Motivation für Führungspositionen.
Unsere Arbeitswelt wird gerade komplett umgepflügt. Die rasende technische Entwicklung und die Globalisierung machen den Wandel ganzer Industrien zur Norm: Veränderung ist die neue Konstante. Damit ist auch die Vorgabe der letzten Generationen in Auflösung begriffen, wonach eine Karriere am Punkt A beginnt und am Punkt B, ein paar Hierarchiestufen weiter oben, abgeschlossen wird. Diese Linie hat sich aufgelöst und besteht jetzt vielleicht aus einer gestrichelten Kurve mit Stationen hier, dort und ganz woanders: in einem anderen Beruf, mal oben, mal unten und dazwischen gern auch in Teilzeit.
«Boss» zu werden, ist nicht mehr das erste Ziel. Selbstbewusste junge Arbeitskräfte pflegen ein «Conscious Unbossing». Gravierende Auswirkungen, dämmert es nun vielen Arbeitgebenden, wird das nicht nur auf dem Arbeitsmarkt haben, sondern auch auf die Führungsstrukturen der Zukunft. Früher rekrutierten sich die Topleute für die Teppichetage von morgen aus dem mittleren