Das klassische Führungsverständnis stösst an seine Grenzen. Immer mehr Organisationen experimentieren deshalb mit alternativen Modellen – oder stellen gleich darauf um. Verantwortung soll nicht mehr von oben nach unten, sondern auf mehrere Schultern auf einer Ebene verteilt werden. Wer in eine solche Neuorganisation aufbricht, stellt fest: Sie lohnt sich, hat aber auch Nebenwirkungen.
Manchmal muss Serge Bärtschi bei ehemaligen Chefs intervenieren: Dann, wenn sie in ihre alte Rolle zurückfallen und die Kolleginnen und Kollegen zu sehr beraten und lenken. «Sie meinen es gut, aber erweisen den Mitarbeitenden damit einen Bärendienst», sagt Bärtschi, Organisationsentwickler bei der Schweizerischen Post. Die Rolle als Vorgesetzter kennt er aus eigener Erfahrung, und er sagt: «Die Anforderungen an eine Führungsperson sind heute sehr hoch, da sie über menschliche, methodische und fachliche Kompetenzen verfügen sollte. Dieser Anspruch kann überfordern.»
Shared-Leadership-Modelle könnten dem entgegenwirken, sagt Bärtschi. Denn sie würden für eine andere Gewichtung von Verantwortung sorgen, indem die Gesamtleitung in die personelle, die fachliche und die methodische Führung aufgeteilt werde. Diese Aufsplittung könne auch jüngeren Personen den Einstieg in die Leadership-Position erleichtern.
Serge Bärtschi begleitet einige