«Das Management verschleiert die Mühsal der Arbeit»

Autor:  Mehdi Atmani Veröffentlicht 22 September 2025
Porträt von Yves-Alexandre Thalmann, sitzend und sprechend, mit bewegten Händen.

Yves-Alexandre Thalmann ist Psychologe, Referent und Ausbilder im Bereich der zwischenmenschlichen Kompetenzen. Als Professor für Psychologie am Kollegium St. Michael in Freiburg und Autor mehrerer erfolgreicher Bücher liefert er eine schonungslose Analyse der neomanageriellen Auswüchse, die das Glück am Arbeitsplatz zur Religion erheben. Eine «Lüge» über die wahre Natur der Arbeit, die toxisch werden kann.


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Ihrer Ansicht nach hat die Arbeit nicht das Ziel, uns glücklich zu machen. Das ist eine Aussage, die dem neomanageriellen Diskurs und den Forderungen nach Glück und Sinnsuche am Arbeitsplatz entgegensteht, oder?

Seit Anbeginn der Zeit ist Arbeit die Gesamtheit aller Tätigkeiten, die dazu dienen, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Von unseren prähistorischen Vorfahren wurde nicht verlangt, dass sie Vergnügen beim Jagen oder Beerenpflücken empfinden. Es war für sie eine Notwendigkeit. Heute hat sich unsere Lebensweise zwar radikal verändert, aber der Zweck der Arbeit bleibt derselbe. Also ja, ich vertrete eine Gegenposition, denn ich frage mich, ob man hinter dieser heutigen Idee der persönlichen Entfaltung am Arbeitsplatz nicht versucht, den Menschen die Pille zu versüssen, indem man ihnen die Realität verschleiert. Sagen wir ihnen einfach die Wahrheit: Arbeit ist mühsam, wie uns die Etymologie des Wortes erinnert – das französische Wort «travail»

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